DIE GESCHICHTE DES FORD MUSTANG

DIE GESCHICHTE DES FORD MUSTANG

Die Geburt des Ford Mustang ist eng verbunden mit dem im Jahre 1955 auf dem amerikanischen Markt eingeführten Ford Thunderbird welches entstand um dem vom Ford Erzrivalen Chevrolet gut verkauften und sehr populären Modell Corvette Paroli zu bieten.
Auch hier handelte es sich wie beim Thunderbird um einen 2-sitzigen Sportwagen welcher beim Publikum für hohe Verkaufszahlen sorgte.
Nach einem Wochenende mit dem Thunderbird wünschte sich der damalige General Manager der Ford Motor Division ein ähnliches jedoch mit einer Rückbank versehenes Modell in welchem mindestens 4 Passagiere Platz finden könnten.
Nachdem im Jahre 1958 ein 4-sitziges Modell des Thunderbird auf den Markt kam war Ford in den nächsten Jahren mit einem anderen Problem beschäftigt.
Die europäische Konkurrenz wie MG , Austin Healey oder Alfa Romeo verkaufte immer mehr Autos in den U.S.A. da diese sportlicher , preislich günstiger und allgemein ökonomischer waren. So wurde eine junge Kundschaft, welche Ford größtenteils fehlte, angesprochen und genau diese Zielgruppe musste schnellsten erreicht werden.
Seit einiger Zeit machte sich ein gewisser Lee Iaccocca bei Ford Gedanken über diese Lage, war aber innerhalb der Ford Motor Company in keiner Position um sich durchzusetzen.
1960 wurde dieser Lee Iaccocca im Alter von 36 Jahren Vize-Präsident bei Ford und stellte sofort ein Team zusammen welches ein sportliches attraktives und erschwingliches Auto entwickeln sollte.
Diese Gruppe wurde unter dem Namen „Fairlane Komitee“ bekannt, da sie sich nach Feierabend regelmäßig während 14 Wochen im Fairlane Hotel in Dearborn zum Gedankenaustausch traf und sich verantwortlich für das Ford Mustang Modell zeigt.
Am 17. April 1964 wurde dann auf der Weltausstellung in New York endlich das fertige Auto vorgestellt. Dieses Modell ist bekannt unter der Bezeichnung 1964 ½ .
Diese Mustangs waren im Vergleich zu anderen Modellen der Konkurrenzmarken Chevrolet und Dodge einfach zu fahren kompakt und preislich sehr interessant.
Mit dem Werbeslogan: THE CAR YOU ALWAYS PROMISED YOURSELF wurde das Mustang Konzept vorgestellt und dank gut durchdachten und aufwändigen Werbekampagnen wurden im ersten Jahr 680000 Einheiten verkauft. Dies stellt bis heute den Verkaufsrekord eines neu eingeführten Modells dar.
Dank einer Vielzahl von Optionen, 3 verschiedenen Karosserie-Varianten (Coupé,Cabriolet und Fastback) und verschiedenen Motor-Varianten konnte der Kunde sich seinen Mustang individuell gestalten.
Die ersten Mustangs welche am 9.März 1964 in Dearborn vom Band rollten waren weiße Cabriolets mit roter Innenausstattung.
Gleichzeitig plante FORD auch das Exportgeschäft nach Europa wo das Modell auch dank der hier stationierten U.S. Soldaten sehr populär war.
In Deutschland stieß man allerdings auf ein Problem. Da der Name MUSTANG bereits von den Firmen KRUPP ( welche LKWs des Typs Mustang produzierte ) sowie KREIDLER (welche Mopeds des Typs Mustang produzierte) benutzt wurde und diese Namensrechte verlangten.
Ford wollte diese Rechte allerdings nicht zahlen und vermarktete das Modell unter dem Namen T5 in Deutschland. Es handelte sich um genau dasselbe Auto jedoch lag am Anfang im Kofferraum ein Namens-Umrüstsatz der vom Importeur in Deutschland vor der Auslieferung installieren werden musste . Dies wurde bald nicht mehr vom Zoll geduldet und FORD lieferte die T5 Modelle ab Werk mit der richtigen Beschriftung .
Erst am 31.Dezember 1978 einigte man sich und jetzt konnte auch der Name Mustang benutzt werden.
Die ersten Mustang Modelle wurden auch durch Carroll Shelby bekannt,
Dieser Ex-Rennfahrer (Le Mans Sieger im Jahre 1959) und Geschäftsmann (Chicken Farmer ) ist berühmt durch die legendäre Cobra die er seit 1960 baute und mit FORD Motoren ausgerüstet waren. Damals im Jahre 1960 ging Shelby zur Ford Motor Company um V8 Motoren für seine Cobras zu kaufen. Vier Jahre später kam FORD zu Shelby um eine Zusammenarbeit zu empfehlen.
Ab 1965 baute Carroll Shelby in Venice / Kalifornien den auf der Basis des Ford Mustang Fastback basierenden SHELBY GT-350 (562 St.) , 1966 betrug die Stückzahl bereits 1438 Exemplare, dazu kamen 6 Cabriolets. In Zusammenarbeit mit dem Autovermieter HERTZ entstand im selben Jahr das berühmte Modell GT-350H (936 Exemplare).
Diese Kooperation wurde in den Jahren 2006 und 2007 mit je 500 Exemplaren pro Baujahr wiederholt.
Das beliebte Pony Car mit dem Mustang Pferd im Kühlergrill wurde in den folgenden Jahren öfters sowohl optisch als auch technisch abgeändert sodass bis 2014 die 5. Generation des Modells auf dem Markt ist.
Ende 2013 stellte FORD die neu designte Modellreihe VI vor, diese wird ab Ende 2014 lieferbar sein, hier werden neben stärkeren Motoren erstmal auch 4-Zylinder Ford EcoBoost Motoren mit 2,3 Litern Hubraum und 309 PS verwendet.
Auch wird in dieser Modellreihe zum ersten Mal eine Einzelradaufhängung verwendet. Zwischen 1965 und heute wurden alle Mustangs (außer der SVT Cobra Baureihe 1999-2004) mit einer Starrachse ausgerüstet.
Um das Gewicht zu verringern werden die neuen Mustangs der Modellreihe VI mit Motorhauben und Kotflügeln aus Aluminium versehen.
Bis heute sind Ford Mustang Modelle auch in der Filmbranche beliebt, bereits 1964 sah der Zuschauer diese Autos z.B. im Film ‚Le Gendarme de St. Tropez“ mit Louis de Funès oder „Goldfinger’ mit dem damaligen James Bond Darsteller Sean Connery . Filme wie ‚Bullit’ mit Steve Mc Queen, „Gone in 60 Seconds’ mit Nicolas Cage oder ‚Need for Speed’ mit Aaron Paul folgten dieser Tradition.
Der FORD Mustang war, ist und bleibt sicherlich ein Kultauto welches immer wieder eine große Fan-Gemeinde finden wird und welches auch in Zukunft seinem Ruf gerecht bleiben wird.

Jérôme JEITZ
VMCL